Posts Tagged Kreativität
No Lifer? Nicht unbedingt
Posted by soulwarrior in Blog on 28 September 2009
Heute bin ich über einen beachtlichen Artikel von Clay Shirky gestolpert. Oder, um etwas genauer zu sein, über ein Transkript einer Rede, die er auf einer Web 2.0 Entwickler-Konferenz gegeben hat. Solltet ihr schon mal etwas genauer über meine Homepage gesehen haben, werdet ihr bemerkt haben, dass ich mich für Bücher interessiere, die erklären, warum sich Leute, bzw. die gesamte Gesellschaft, auf bestimmte Weisen verhalten. Clay befasst sich mit dem Phänomen, wie wir unsere Freizeit verbringen und erklärt, warum Leute, die 3 Stunden pro Tag World of Warcraft spielen keine No Lifer sind, sondern vielmehr etwas zumindest teilweise Sinnvolles betreiben – insbesondere, wenn man dies mit fernsehen vergleicht.
Ich muss zugeben, ich bin nicht der größte Fan von Leuten, die wertvolle Lebenszeit in der World of Warcraft “verschwenden” (andererseits verbringe ich meine Zeit damit, mir Karten um die Ohren zu schlagen, was auf andere genauso seltsam anmuten muss, von daher sollte ich mir kein Urteil erlauben), allerdings denke ich nach Lektüre dieses Transkripts auch anders darüber.
Darüber hinaus bin ich durch meinen guten Freund Matthias mit dem Buch “The Diamond Age” von Neal Stephenson in Berührung bekommen. Dieses gehört zweifellos zu den 5 besten Belletristik-Romanen, die ich je gelesen habe. In ihm wird erzählt wie Nell, ein kleines Mädchen, das sich in Besitz eines interaktiven “Lern-Buchs” (einem “Primer”) befindet, in einer Welt aufwächst, die immer neue Herausforderungen für sie bereit hält, doch die sie mit Hilfe des Primers stets löst. Clay beweist, dass die im Roman beschriebene Idee des interaktiven Lernens inzwischen nahezu Realität geworden ist und immer normaler wird.
Zusammen genommen sind das schon zwei gute Gründe, um das Buch von Clay zu bestellen. Möglicherweise wird es euch genauso gehen, nachdem ihr seinen Artikel gelesen habt, den ihr hier (Englisch) finden könnt.
Wird unsere Kreativität durch unser Bildungssystem eingeschränkt?
Posted by soulwarrior in Blog on 29 April 2009
Fabian war so nett, mir einen Link weiterzuleiten, den ich ebenfalls sharen möchte. Sir Ken Robinson spricht über Kreativität und inwiefern diese von unserem Bildungssystem beeinflusst, bzw. eingeschränkt wird.
Keine Sorge, auch ich hatte zuvor nicht von Sir Ken Robinson gehört, doch er bringt einige interessante Punkte an, denen ich vollkommen zustimme. Die Entwicklung, dass Firmen mehr darauf geben, was auf einem Papier steht anstelle auf die wahren Fähigkeiten einer Person zu achten, schreitet dauerhaft voran. Gerade Deutschland scheint in dieser Beziehung Vorreiter zu sein. Solange man keinen Nachweis hat, der besagt, dass das, was man behauptet, tun zu können, richtig sein sollte, glaubt man dir nicht – als ob ein Informatik-Diplom bedeuten würde, dass du in rasender Geschwindigkeit ein Programm genau nach den Wünschen deines Arbeitgebers herbei zaubern könntest.
Ich selbst habe lange studiert, bis ich feststellen musste, dass ich dort sehr viel weniger lerne, als ich dachte. Selbstverständlich wird sehr viel Basiswissen vermittelt, doch jede Firma arbeitet auf ihre eigene spezielle Weise. Ich habe zwei Praxissemester absolviert und in beiden musste ich die Erfahrung machen, dass ich zu Beginn überhaupt keine Ahnung hatte, wie ich an die Arbeit herangehen muss und folglich musste ich mir jedes Mal neues Wissen aneignen. Daher kommt mir das Studium auch größtenteils wie eine Zeitverschwendung vor. Selbst mit einem Abschluss weiß man nicht, wie eine bestimmte Firma arbeitet und daher müsste man sich erneut anpassen, immerhin wird sich nicht die Firma an das im Studium erlernte Wissen anpassen. Darum erscheint mir der Direkteinstieg auch sinnvoller als ein mühsames Studium, das am Ende sowieso nur zweifelhaften Erfolg bringt.
Ich beispielsweise kann Artikel schreiben, übersetzen, Events planen, Produkte auf einzigartige Weise promoten, Community Management betreiben und mich um den Kundendienst kümmern. Und das, obwohl ich weder einen Abschluss in Journalismus, Marketing oder irgendeinem ähnlichen Gebiet habe. Bedeutet das, dass ich weniger qualifiziert wäre? Ich denke nicht, doch offenbar sind viele Firmen anderer Ansicht. Hier muss ein Umdenken einsetzen, immerhin stellt man Personen ein und nicht Abschlüsse.
English
Deutsch
