Bücher
Nur wenige Leute wissen, wie viel Wahrheit in dem Spruch “Lesen bildet” wirklich steckt. Ich habe schon so viel durch Bücher gelernt, dass Lesen inzwischen fest zu meinen absoluten Lieblingshobbies gehört. Ob auf dem Weg zur Arbeit oder zuhause, ich habe üblicherweise ein Buch in der Nähe, um einfach mal entspannen zu können, wenn mir danach ist. Die in den Büchern behandelten Themen sind weitreichend, haben aber häufiger etwas mit Psychologie zu tun (beispielsweise wie man Beziehungen baut, Grenzen setzt, usw.).
Ich denke, ich kann einige der – meiner Ansicht nach – besten Werke hier empfehlen und kurz vorstellen.
Gary Chapman: Die fünf Sprachen der Liebe

Das erste Mal wurde mir das Konzept der fünf Sprachen der Liebe von meinem guten Freund James erklärt. Die Grundidee kann bereits in 10 – 15 Minuten vermittelt werden und wenn man sie erstmal begriffen hat, ändert sich das eigene Denken schlagartig. Plötzlich begreift man, warum vergangene Beziehungen scheiterten und die Liebe für den oder die Ex-Partner(in) erloschen ist. Will man sich einer Beziehung voll verschreiben und alles dafür tun, dass sie aufblüht und nie langweilig wird, führt kein Weg an diesem Buch vorbei!
Kurz zusammengefasst erklärt Gary Chapman, dass es fünf verschiedene Wege gibt, um Liebe auszudrücken und zu empfangen. Da jede Person ihre Zuwendung bevorzugt in einer bestimmten Liebessprache ausdrückt und es sich dabei nur selten um die Liebessprache handelt, in der ihr Partner bevorzugt Liebe empfängt, stirbt die Liebe in einer Beziehung, obwohl beide Partner sehr viel füreinander empfinden. Hat man einmal verstanden, wie man sich aller Liebessprachen bedient, im besonderen der, für die der/die Partner(in) besonders empfänglich ist, blüht die Beziehung unweigerlich auf.
Anthony Robbins: Das Robbins Power Prinzip

Anthony Robbins wird häufig als der Guru unter den Gurus bezeichnet. Sein Ratgeber (mit der etwas seltsamen Übersetzung von “Unlimited Power”) “Das Robbins Power Prinzip” wartet nicht mit vagen Theorien zur Selbstmotivation auf, er liefert konkrete Hinweise und einfach nachvollziehbare Übungen, durch deren Hilfe man mehr über sich selbst erfährt und die eigenen Schwächen ausmerzen kann.
Im (meiner Ansicht nach) bedeutendsten Teil des Buches erläutert Anthony Robbins, warum viele Leute deprimiert sind oder sich einfach so fühlen, als ob etwas nicht stimmen würde: Jeder Mensch schafft sich eine Identität und versucht entsprechend zu leben, um diesem Bild von sich selbst gerecht zu werden. Diese Identität ist eine unmittelbare Folge der verschiedenen Werte, die einem etwas bedeuten. Häufig ordnet man diese in einer Weise an, durch die Konflikte vorprogrammiert sind, beispielsweise wenn man auf Position eins Unabhängigkeit setzt und unmittelbar Sicherheit als zweitwichtigster Wert folgt (da man nur schwer unabhängig und gleichzeitig sicher sein kann – Sicherheit kann nur vorhanden sein, wenn man einen festen Job hat, der einen wiederum an den Arbeitgeber bindet und damit abhängig macht, usw.). Dies ist eines der vielen Beispiele, in denen Anthony Robbins einem die eigenen Gedankengänge erläutert und so seinen Teil dazu beiträgt, diese Konflikte zu beseitigen und zu einer rundum positiveren Person zu werden.
Sir Ken Robinson: Out of our Minds

Sir Ken Robinson hält nicht nur fantastische Reden (wie beispielsweise diesen TED Talk), er schreibt auch extrem interessante Bücher. Am meisten überraschte mich eben, dass es offenbar noch gar keine Übersetzung dieses Buches gibt, andererseits scheint die Zielgruppe in Deutschland kleiner auszufallen, da hier noch weniger Leute an Veränderung interessiert sind – insbesondere hinsichtlich unseres fehlgeleiteten Bildungssystems. Wer wissen will, wie wir in die derzeitige Situation gelangt sind, in der akademische Auszeichnungen sehr viel mehr wert sind als Kreativität, erhält in diesem Buch die Antwort. Neben einem historischen Rückblick werden auch Wege aus der Misere aufgezeigt, die es zu verfolgen gilt.
Im schlimmsten Fall erlauben die Inhalte dieses Buches immer noch eine spannende Diskussion, die ich nun schon mehrfach mit verschiedenen Personen geführt habe. Wer also nach Material für das nächste Tischgespräch sucht, wird hier ebenfalls vorzüglich bedient.
Malcolm Gladwell: The Tipping Point

Dies ist das erste der von Malcolm Gladwell geschriebenen Bücher, die die Weise verändern können, wie man seine Umwelt wahrnimmt. In The Tipping Point wird beschrieben, wie etwas plötzlich zu einem Trend wird. Unabhängig davon, ob es sich um ein komisches Paar Schuhe einer Firma, die diese schon seit Jahren herstellt und kurz vor der Insolvenz steht, handelt, die auf einmal “in” sind und sich millionenfach verkaufen – und so die Firma extrem reich machen -, ein bestimmtes Wort, das auf einen Schlag sprichwörtlich überall ist oder etwas, das mit den bisher gegebenen Beispielen wirklich nichts zu tun hat.
“Wie wird etwas plötzlich zum Trend?”, ist die große Frage, die Malcolm Gladwell beantworten will. Er tut das auf eine sehr geschickte Erzählweise, die einen fesselt und ständig zum Weiterlesen bewegt. Es ist eine Kurzreise durch die menschliche Psyche, die insbesondere für Leute, die im Marketing tätig sind, fantastische Erkenntnisse vermittelt. Indirekt wird so auch Community Management angeschnitten und erläutert, warum es sich dabei um ein derart mächtiges Marketing-Tool handelt, während die Grenzen traditioneller Methoden klar werden. Sollten diese Gründe alle noch nicht ausreichen, so gibt es auch noch eine Erläuterung, wer Paul Revere ist und warum er zum ersten amerikanischen Volkshelden wurde – doch das ist möglicherweise der am wenigsten bedeutende Grund, The Tipping Point zu lesen.
Malcolm Gladwell: Blink

Blink ist ein beeindruckendes Buch. Es beginnt mit einem einfachen Beispiel, das zum Nachdenken anregt und anschließend erklärt es ausführlich die zugrunde liegenden Vorgänge, die sich im eigenen Kopf abspielen.
Jeder kennt das Gefühl, wenn man blitzartig eine Entscheidung trifft und trotzdem vollkommen davon überzeugt ist, die richtige Wahl getroffen zu haben. Blink erklärt, was sich im Unterbewusstsein abspielt: Wie die eigenen Sinne über eine gewisse Zeit immer weiter geschärft werden, bis man ein Gefühl für bestimmte Situationen bekommt – häufig auch unbewusst. Malcolm Gladwells Erläuterungen erweitern das eigene Verständnis und sind dabei voll unterhaltsam, daher kann ich dieses aufschlussreiche Buch guten Gewissens weiterempfehlen.








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