Der PayPal Betrug


In den letzten Tagen habe ich mehrere Nachrichten von eBay Mitgliedern erhalten, die mich auf 2 Käufer angesprochen haben, die einige meiner Lootkarten erworben hatten (was ich auch hier angekündigt hatte). Man sagte mir, dass es Probleme mit den Käufern gab, da die PayPal Transaktionen rückgängig gemacht wurden. Zugegeben, ich war auch ein wenig verwundert, dass ein eBayer so viele Lootkarten von mir gekauft hatte, aber wenn man gerne World of Warcraft spielt und das Geld hat, warum nicht?

Nun habe ich Benachrichtigungs-E-Mails von PayPal erhalten (übrigens haben diese Nachrichten keinen Betreff, wodurch sie häufig als Spam eingestuft werden…), die mich darauf hinwiesen, dass man noch zusätzliche Informationen von mir benötigt, um einen offenen Fall zu lösen. Ich habe mich in meinen PayPal Account eingeloggt und wurde erstmal freundlich von einer Nachricht begrüßt, die mich darauf hingewiesen hat, dass mein Kontostand weit im Negativen ist. Was für eine herzliche Begrüßung!

Die freundliche Begrüßung von Kunden auf PayPal-Weise!

Dann hatte ich gesehen, was ich bereits befürchtet hatte: Das Geld, das mir eigentlich gesendet wurde, wurde von PayPal wieder zurück geholt. Dies ist mir schon einmal passiert, falls ihr euch also gerade wundert: “Das ergibt doch keinen Sinn?!”, so erkläre ich euch mal schnell die Funktionsweise:

Option 1:

  1. Man eröffnet ein PayPal Konto
  2. Man verbindet das PayPal Konto mit einem Bankkonto
  3. Jetzt verfügt man über einen bestätigten PayPal Account
  4. Daraus folgt, dass man nun Zahlungen tätigen kann, wenn sich gar kein Guthaben auf dem PayPal Konto befindet
  5. Man kauft irgendwas auf eBay und zahlt mit PayPal
  6. Direkt nach dem Einkauf kündigt man das Konto bei der Bank / widerspricht dem Einzug von PayPal oder findet eine andere mehr oder weniger kreative Lösung

Option 2:

Man macht mehr oder weniger dasselbe, allerdings mit einer Kreditkarte anstelle des normalen Bankkontos. Funktioniert offenbar genauso gut…

Voilá! Schon hat man sichergestellt, dass PayPal dem Verkäufer mitteilt, dass er eine Zahlung erhalten hat, obwohl er das Geld niemals bekommen wird. Oder, um es noch etwas präziser auszudrücken: Er wird das Geld erhalten, allerdings holt es sich PayPal einfach wenig später zurück.

Das meint PayPal anscheinend damit, wenn man den Käuferschutz so hoch in den Himmel lobt. Man ist DERMASSEN geschützt, dass man sich nicht mal um das Geld kümmern muss, das man eigentlich zur Bezahlung des Artikels benötigt…

“Moment mal, heißt das, dass ich nicht wirklich Geld erhalten habe, wenn mir PayPal sagt, es wäre eine Zahlung eingegangen?”, könntet ihr euch jetzt fragen. Ja, genau das ist der Fall. Das ist so, wie wenn dir deine Bank sagt: “Sie haben 500,- EUR auf ihrem Bankkonto”, man hebt es ab, um sich etwas zu kaufen, das man haben will und eine Woche später folgt dann eine Nachricht: “Hoppla, uns ist ein Fehler unterlaufen. Wir fordern die 500,- EUR jetzt wieder von dir ein.” Wobei das immer noch nicht ganz richtig ist, denn PayPal entschuldigt sich ja noch nicht mal, als ob es sich hier um das ganz normale Tagegeschäft bei der Firma handelt.

Diese gesamte Angelegenheit wirkt wie ein riesiger Betrug. Ein anderer Verkäufer, der vom selben Problem betroffen ist, hat mir dazu geraten, PayPal das Geld einfach nicht einziehen zu lassen. PayPal schickt offenbar meist nur ein paar E-Mails, geht aber keine weiteren Schritte. Ich glaube nicht, dass das die richtige Lösung für das Problem ist. Mir geht es jetzt nicht darum, dass ich hinterher ein schlechtes Gewissen hätte, denn das ist nicht der Fall; ich fühle mich betrogen von PayPal, daher finde ich es nur sinnvoll, auf irgendeine Weise sicherzustellen, dass SIE sich um die Beschaffung des Geldes kümmern müssen, anstatt mich dafür aufkommen zu lassen.

Am besten wäre es, wenn PayPal endlich ihre Vorgehensweise ändern würde. Sollte man dort wirklich der Meinung sein, man kann so mit seinen Kunden umgehen, so würde es mich nicht mal wundern, wenn man Leute dafür bezahlt, den oben beschriebenen Stunt abzuziehen und bei eBay einzukaufen. Das ist im Grunde so als würde man die Gelddruckmaschine anschmeißen…

Wie sind deine Erfahrungen mit PayPal? Hast du schon ähnliche Probleme gehabt und falls ja, ließen sie sich lösen? Insbesondere wäre es wichtig, wenn sich mal alle Beteiligen zusammen tun würden, um hier eine Lösung anzustreben, die im Interesse der Käufer ist, damit PayPal auch mal wirklich den Service bereitstellt, den man vorgibt zu bieten – eine schnelle und sichere Zahlungsweise.

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Facebook comments:

  1. #1 by Donato Marro on 23 November 2010 - 1:25

    Oh Mann…. also auch der Japaner und seine Frau..? -.-

  2. #2 by Oliver 'soulwarrior' Gehrmann on 23 November 2010 - 2:25

    Bisher nur die Frau… warten wir mal noch ne Woche, dann bouncen die anderen 6 Auktionen bestimmt auch noch.
    Warst du davon schon mal betroffen?

  3. #3 by Donato Marro on 23 November 2010 - 10:49

    Nee, in meiner aktiven Ebay-Zeit war PayPal noch nicht so verbreitet. Hab mein Geld immer per Überweisung direkt aufs Bankkonto erhalten.

  4. #4 by Jan Palys on 23 November 2010 - 10:50

    deswegen verkaufe ich meine loots immer direkt auf turnieren…und weil ich zu faul für ebay bin xD

  5. #5 by Bartosz Przybylek on 23 November 2010 - 10:50

    )-:

  6. #6 by Oliver 'soulwarrior' Gehrmann on 23 November 2010 - 10:51

    @Bartosz: Dir ist das doch bestimmt auch schon mal passiert oder?

  7. #7 by Bartosz Przybylek on 23 November 2010 - 10:52

    na klar, mehrmals -:
    aber ein mal habe ich 4 Monate später das Geld dann einfach kommentarlos von PayPal wieder zurück erstattet bekommen… das ist immer sehr seltsam und undurchsichtig )-:

  8. #8 by Achim Günzel on 23 November 2010 - 11:02

    Kenne ich leider auch! Ich war vorher auch der irrsinnigen Meinung, dass wenn ich Geld über PayPal erhalten habe, dass ich es wirklich habe. Bei mir hat damals ein gehackter Ebay-Account einen Spectral-Tiger gekauft und ein gehackter PayPal-Account dafür bezahlt. What a mess! Im Gegensatz zu Bartosz habe ich aber bis heute noch keine Rückzahlung gesehen, nach mehreren Emails und Telefonaten habe ich ehrlich gesagt aber auch aufgegeben.

  9. #9 by Sebastian /Bas on 20 December 2010 - 23:35

    Huhu!

    Joa, gibt da schon extreme Horrorgeschichten. Paypal braucht ja nciht einmal eine Entschuldigung, eine Rechtfertigung. Sie tun auf die heile Welt und machen weiter, verweisen auf ihre AGBs und behalten Geld regelmäßig ein halbes Jahr, länger oder gar für immer ein. Existenzen sind daran zugrunde gegangen. Die Begründungen reichen von “Zu viel Geld auf dem PP-Konto/mit einer Zahlungen erhalten” bis zu “Paypal ist nicht mit dem Inhalt Ihrer Webseite einverstanden”, auch wenn auf der besagten WEbseite nicht einmal eine Paypalverbindung angegeben ist. Ist ein verdammter Drecksverein.

    Haben mich letztens mit einer ihrer tollen Werbemails genervt. Passt mir wunderbar, das hat mich nämlich daran erinnert, dass ich dort mein Konto kündigen möchte. Habe zwar nur Probleme bei der Aktivierung (iirc) des Bankkontos bzw. dessen Wiederherstellung nach Passwortfalscheingabe gehabt, aber mir reichts mit den N4ppen. Sei es nun ihre allgemeine Abzocke oder das Unterbinden der Zahlungen an Wikileaks & Co., ich habe PP 2-3 Mal für internationale Überweisungen genutzt, da keine Gebühr von 20 € anfällt. Aber so wichtig ist mir das nun auch nciht…

    Auf Wiedersehen.

    PS: Oink, oink!

(will not be published)