Archive for August, 2010
Feedback
Posted by soulwarrior in Blog on 9 August 2010
Manchmal, da staune ich schon nicht schlecht, wenn ich die Feedbacks zu meinen wöchentlichen Kolumnen (gut, derzeit ist das leider nur eine, aber womöglich bekommen die WoW Fans auch bald wieder etwas zu lesen) checke. Gerade zu dem Artikel der letzten Woche, Wie die Synchromonster das Spiel verändert haben, gab es wieder Rückmeldungen, die ich nicht so wirklich nachvollziehen kann.
Das beginnt mit der Wahl der Überschrift. Klar ist “Wie die Synchromonster das Spiel verändert haben” vielleicht nicht unendlich treffend, aber
sowie einige andere vergleichbare Vorschläge sind allesamt
a) zu lang und
b) langweilig.
Klar, einen Leser interessiert es womöglich nicht so sehr, ob ich gerade einen tollen Artikel geschrieben habe, den aber letzten Endes niemand lesen wird, weil er einen dummen Namen hat, mich aber schon. Daher greife ich dann auch schon mal zur reißerischen Keule und spiele “Bild” wenn es um die Wahl der Überschrift geht. Ich denke, ihr könnt, bzw. müsst das leider verschmerzen, denn das ist einer der Gründe, warum die Kolumnen halbwegs gut laufen.
Hier und da wurde die Vermutung geäußert, dass ich in meinen Artikeln nicht alles vorbeten will. Auch das ist korrekt. Natürlich hätte ich noch in weiteren 1000 Wörtern erklären können, dass die Fusionsmonster über weitere Umwege – beispielsweise eben Magical Scientiest (aka der “DJ”) – irgendwie mal richtig toll spielbar waren. Nur ging es eigentlich schon darum, dass Spielmechaniken so funktioniert haben, wie sie gedacht waren und nicht über irgendwelche Tricksereien (sonst hätte man die “Fusionsmonster” eben auch nicht “Fusionsmonster”, sondern “DJs kleine Trickkiste” genannt oder so).
Jeder Artikel ist auf seine Weise ein Kompromiss. Zwischen Länge, Anspruch, Detailreichtum und der Message, die er mit auf den Weg geben soll. Ich will nicht jede Woche einen Roman verfassen, der 4000 Wörter lang ist. Genauso bringt es nichts, wenn ich ständig über Themen schreibe, die gerade mal 3% der Spielergemeinde verstehen oder mich so tief in ein Detail (wie die Spielbarkeit der Fusionsmonster) vergrabe, dass entlang des Weges jeder zweite Leser aussteigt und am Ende niemand mehr weiß, worum es ursprünglich im Artikel ging. Genauso will ich nicht jede Woche ein Thema vollkommen durchkauen und keine Fragen mehr offen lassen, vielmehr geht es mir in den meisten Fällen darum, ein wenig anzuregen und die Spielergemeinde wach zu rütteln. Wenn im Feedback-Thread eine schöne Diskussion entsteht und ein paar der Gedanken, die ich angesprochen hatte, weitergeführt werden, so habe ich meinen Job als Kolumnist gut gemacht. Was übrigens auch der Grund ist, warum ich nicht jede Woche den Feedback-Thread kommentiere.
Also gut, im letzten Satz habe ich natürlich geflunkert, wenn ich den Thread nicht kommentiere, hatte ich nur keine Zeit oder Lust… Ein letzter frommer Wunsch noch: Denkt auch hier und da mal daran, die entsprechenden Webseiten oder eben mich zu unterstützen, was wirklich recht einfach geht. Die Banner unserer Sponsoren werden nicht vollkommen ohne Grund eingeblendet.
Unter den Hut geschaut: Wie die Synchromonster das Spiel verändert haben
Posted by soulwarrior in Veröffentlichungen on 6 August 2010
Falls du ebenfalls ein Yu-Gi-Oh! Spieler der ersten Stunde bist, so bist du mit Sicherheit auch schon über jede Menge Ankündigungen von “neuen revolutionären Spielmechaniken” in Werbungen oder auf den Display-Verpackungen gestolpert. In den meisten Fällen erwiesen sich die angekündigten Konzept, die das Spiel auf den Kopf stellen sollten, als viel heiße Luft.
Als die Synchromonster erstmals angekündigt wurden, ging ich auch hier von viel Rauch um nichts aus. Doch man belehrte mich eines Besseren und die Synchromonster haben das Spiel ordentlich auf den Kopf gestellt! Zeit für mich, mich etwas näher mit dem Thema zu befassen und den Synchromonstern ein wenig Respekt zu zollen: Unter den Hut geschaut: Wie die Synchromonster das Spiel verändert haben.
Inception oder: Die Kunst des Erzählens
Posted by soulwarrior in Blog on 2 August 2010
Solltest du Inception noch nicht gesehen haben, so verliere keine Zeit, löse dich vom Bildschirm und begib dich auf den Weg ins Kino! Ernsthaft. Ich werde zwar nichts wirklich Wichtiges über den Inhalt des Films verraten, allerdings kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen, dass das Lesen von irgendwelchen Reviews vor Filmbeginn das Erlebnis beeinflusst. Üblicherweise auf negative Weise. Man beginnt damit, nach den Dingen zu schauen, die der jeweilige Reviewer erwähnt hat und konzentriert sich nicht mehr auf den eigentlichen Film.
Inception ist ein Actionfilm mit fantastischen Effekten. Darunter liegt ein Drama, doch es ist nicht der Mix an Genres, der den Film so empfehlenswert macht. Es ist vielmehr die Tatsache, dass der Film auf eindrucksvolle Weise zeigt, was auf der Leinwand in punkto Storytelling möglich ist. Christopher Nolan, der Regisseur (bekannt durch seine hoch gelobten Werke Memento und The Prestige sowie seine Wiederbelebung des Batman Franchises mit Batman Begins und The Dark Knight) des Films, hat hier einen sehr umfangreichen Handlungsbogen entworfen, der auf verschiedenen Ebenen funktioniert. All diese Ebenen nehmen auf halbwegs komplexe Weise wechselseitig aufeinander Einfluss, allerdings ist es einerseits nicht sinnvoll und andererseits nicht empfehlenswert diese nun in ein paar Sätzen zusammen zu fassen. Zudem würde es erneut das Erlebnis negativ beeinflussen, daher spare ich euch die Zeit und gehe nicht näher auf den Plot ein.
Ich habe mehrfach gelesen, dass dieser Film “Intellekt belohnt”. Dieser Aussage kann ich mich nur anschließen, denn selbst wenn man Zweifel daran hat, ob man alles begreift, während der Film läuft, so wird man – insofern man genügend Aufmerksamkeit aufbringt – auf eindrucksvolle Weise beobachten können, wie sich das Puzzle zusammen fügt und das Kino schließlich beeindruckt verlassen. Der Film ist nicht übermäßig verwirrend, eigentlich ist er sogar relativ geradlinig. Durch die relativ komplexe Natur der verschiedenen Handlungsstränge, die parallel zueinander ablaufen, könnte er allerdings verwirrend erscheinen. Jedoch tragen die fantastischen Performances des tollen Casts, angeführt von Leonardo DiCaprio (der sich langsam zu einem meiner Lieblingsschauspieler gemausert hat – welcher Mann hasste ihn nicht nach Titanic? Meine Empfehlung lautet daher, einige seiner jüngeren Arbeiten anzusehen, insbesondere The Departed, die einem schnell klar machen, wie sehr er sich weiterentwickelt hat) sowie der epische Score von Hans Zimmer den Film mühelos und man hat nicht den Gefühl, dass man sich jetzt durch mehr als 2 Stunden Kino “quälen” muss; im Gegenteil, man saugt jede Minute auf und freut sich auf die Fortführung der Geschichte.
Das sind auch schon meine 2 Cent zu Inception. Was denkt ihr über den Film? Kriegt ihr den Score ebenfalls nicht aus dem Kopf? Habt ihr alles verstanden oder habt ihr euch von einigen Handlungssträngen, bzw. den Funktionsweisen, wie diese miteinander agiert haben, doch verwirren lassen?
P.S.: Solltet ihr des Englischen mächtig sein, so schaut den Film auf Englisch. Die Charaktere haben dort sehr viel mehr “Tiefe”, die in der Übersetzung durch das Wegfallen von Dialekten etwas verloren geht. Offenbar sprechen irgendwie alle Schauspieler, egal wo sie herkommen, in deutschen Filmen Hochdeutsch. Für einen Franken eine besonders schreckliche Vorstellung.
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