Service vs. Sicherheit


Klar könnte ich mich jetzt pauschal lang und breit über die “Service-Wüste Deutschland” auslassen, doch eigentlich will ich mich nicht so oberflächlich mit Themen beschäftigen. In der letzten Woche hatte ich 2 Schlüsselerlebnisse, in denen es mir Unternehmen sehr schwer gemacht haben, irgendwelche Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. In beiden Fällen wurde mir ein großer Stein in den Weg gelegt, der mit dem Vorwand verkauft wurde (bzw. verkauft werden sollte), dass der zusätzliche Aufwand in meinem Sinne ist, da er der Sicherheit zuträglich ist.

Zunächst ging es um mein neues Konto bei der netbank – bisher kann ich mich nicht wirklich über den Service dort beschweren; ganz im Gegenteil: Man beantwortet Anfragen relativ schnell, innerhalb einer Woche nach Antragstellung habe ich (in verschiedenen Sendungen) PIN, TAN-Liste und EC Karte erhalten und die Überweisungen dort gehen auch ziemlich locker von der Hand (wobei ich kein Geheimnis daraus machen will, dass es primär die Aussicht auf eine gute Verzinsung meines Girokontos war, die mich vom Wechsel der Bank überzeugte).

Vollkommen dämlich finde ich es allerdings, dass man mich nach einer TAN fragt, nur um eine Anfrage an den Kundendienst zu stellen. Dies wird sogar lächerlich, wenn man bedenkt, dass man im nicht eingeloggten Zustand einfach so eine Anfrage stellen kann. Lassen wir uns das noch mal kurz auf der Zunge zergehen: Wenn ich eingeloggt bin, also offensichtlich registrierter netbank-Kunde bin und auch meine PIN kenne, so macht man es mir schwerer, Service zu erhalten. Wenn ich ~ irgendwer ~ bin, bzw. eben nicht eingeloggt, so kann ich mühelos eine Anfrage stellen.

Zugute halten möchte ich der netbank, dass es immerhin überhaupt möglich ist, eine Anfrage zu stellen. Ganz anders sieht das nämlich derzeit bei der Bahn aus. Dort gibt es ja das relativ coole bahn.bonus Bonus-Programm (zugegeben, es hat nicht den einfallsreichsten Namen). Netterweise hat man mir eine E-Mail geschrieben, die mich darüber aufklärt, wie viele meiner Bonus-Punkte am Ende des Monats verfallen. Folglich wollte ich mich direkt einloggen und diese mal wieder gegen einen Freifahrtschein einlösen. Das wurde mir allerdings verweigert, dazu benötige ich neuerdings nämlich eine PIN.

Schön und gut – wenn man diese PIN nun einfach mal online festlegen könnte. Doch nein, man muss sie anfordern und dann auf die Post warten. Was relativ beschränkt ist, denn wenn man diese jetzt erst anfordern würde (der Monat schreitet ja mit großen Schritten voran), so könnte es schon vorkommen, dass man die Punkte gar nicht mehr vor Ende des Monats einlösen kann.

Meine Empfehlung an all die Bahn-Kunden da draußen: PIN besser gleich mal einfordern. Und nebenbei am besten noch den Punktestand prüfen, um sicher zu stellen, dass keine gesammelten Bonus-Punkte ungenutzt verfallen.

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