Wird unsere Kreativität durch unser Bildungssystem eingeschränkt?


Fabian war so nett, mir einen Link weiterzuleiten, den ich ebenfalls sharen möchte. Sir Ken Robinson spricht über Kreativität und inwiefern diese von unserem Bildungssystem beeinflusst, bzw. eingeschränkt wird.

Keine Sorge, auch ich hatte zuvor nicht von Sir Ken Robinson gehört, doch er bringt einige interessante Punkte an, denen ich vollkommen zustimme. Die Entwicklung, dass Firmen mehr darauf geben, was auf einem Papier steht anstelle auf die wahren Fähigkeiten einer Person zu achten, schreitet dauerhaft voran. Gerade Deutschland scheint in dieser Beziehung Vorreiter zu sein. Solange man keinen Nachweis hat, der besagt, dass das, was man behauptet, tun zu können, richtig sein sollte, glaubt man dir nicht – als ob ein Informatik-Diplom bedeuten würde, dass du in rasender Geschwindigkeit ein Programm genau nach den Wünschen deines Arbeitgebers herbei zaubern könntest.

Ich selbst habe lange studiert, bis ich feststellen musste, dass ich dort sehr viel weniger lerne, als ich dachte. Selbstverständlich wird sehr viel Basiswissen vermittelt, doch jede Firma arbeitet auf ihre eigene spezielle Weise. Ich habe zwei Praxissemester absolviert und in beiden musste ich die Erfahrung machen, dass ich zu Beginn überhaupt keine Ahnung hatte, wie ich an die Arbeit herangehen muss und folglich musste ich mir jedes Mal neues Wissen aneignen. Daher kommt mir das Studium auch größtenteils wie eine Zeitverschwendung vor. Selbst mit einem Abschluss weiß man nicht, wie eine bestimmte Firma arbeitet und daher müsste man sich erneut anpassen, immerhin wird sich nicht die Firma an das im Studium erlernte Wissen anpassen. Darum erscheint mir der Direkteinstieg auch sinnvoller als ein mühsames Studium, das am Ende sowieso nur zweifelhaften Erfolg bringt.

Ich beispielsweise kann Artikel schreiben, übersetzen, Events planen, Produkte auf einzigartige Weise promoten, Community Management betreiben und mich um den Kundendienst kümmern. Und das, obwohl ich weder einen Abschluss in Journalismus, Marketing oder irgendeinem ähnlichen Gebiet habe. Bedeutet das, dass ich weniger qualifiziert wäre? Ich denke nicht, doch offenbar sind viele Firmen anderer Ansicht. Hier muss ein Umdenken einsetzen, immerhin stellt man Personen ein und nicht Abschlüsse.

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  1. #1 by soulwarrior on 20 October 2009 - 10:18

    Hi,

    vielen Dank für dieses Feedback und es ist tatsächlich faszinierend, die beiden Artikel gegenüber zu stellen. :)

    Du hast meinen Glauben in das Bildungssystem zumindest ein wenig wiederhergestellt. An und für sich bin ich nach wie vor kein allzu großer Fan davon. Mit Sicherheit ist es sinnvoll, die beabsichtigten Resultate zu erzielen, doch der Weg, um diese zu erreichen, erscheint mir nach wie vor falsch zu sein.

    Viele Grüße,

    soul

  2. #2 by oldatcman on 20 October 2009 - 9:30

    Hallo Soul,
    wenn du diesen Artikel aus der “birdseye” liest und dem Artikel “Identität” gegenüberstellst wirst du erstaunliches feststellen. Die Tatsache dass sich die Selbsteinschätzung mit der Fremdeinschätzung nur äüßerst selten deckt hat dazu geführt bestimmte Kriterien für den Nachweis des Vorhandenseins bestimmter Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten festzulegen. Eine einheitliche Prüfung ermöglicht es einem dritten nachzuvollziehen, welches Wissen m i n d e s t e n s vorhanden sein müßte und erlaubt ihm eine gewisse erste Einstufung. Wie dunselbst ausführst gibt es zu viele Dampfplauderer und Firmen können es sich häufig nicht leisten erst umfangreiche eigene Tests durchzuführen um benötigte Qualifikationen zu bestätigen. Deshalb verläßt man sich gerne auf Papier in dem steht, dass Experten oder vermeintliche Experten (weiss man ja auch nicht) diese Arbeit bereits erledigt haben.
    Gruß
    Arci

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